Drip Lines am Hängemattenaufhängung: So bleibt die Matte trocken

· von Marcus Webb · 4 Min. Lesezeit

Drip Lines am Hängemattenaufhängung: So bleibt die Matte trocken

Wer schon einmal mitten in der Nacht in einer tropfnassen Hängematte aufgewacht ist, weiß genau, wovon dieser Artikel handelt: Regenwasser läuft an den Aufhängeschnüren entlang direkt in die Matte, selbst unter einem guten Tarp. Es gibt wenig Frustrierenderes als ein nasses Rückenteil um drei Uhr morgens, während draußen der Regen gegen das Tarp trommelt und man sich fragt, woher das Wasser eigentlich kommt. Die Lösung heißt Drip Lines (auch Water Breaks oder Wasserstopper genannt), kleine Schnüre oder Knoten, die das Wasser zwingen, vor dem Erreichen der Hängematte abzutropfen. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du sie selbst herstellst und richtig platzierst.

Warum läuft Wasser überhaupt an der Aufhängung entlang?

Physikalisch folgt Wasser dem Weg des geringsten Widerstands. An einer gespannten Schnur bedeutet das: Es läuft der Oberflächenspannung entlang der Leine bis zu ihrem tiefsten Punkt. Und genau dort hängt bei den meisten Aufbauten die Hängematte. Logisch, aber im Dunkeln merkt man das erst, wenn es zu spät ist. Selbst ein perfekt aufgespanntes Tarp schützt nicht, wenn das Wasser seitlich an den Suspension Straps oder dem Aufhängeseil in dein Nest hinabwandert. Man kann das Tarp noch so großzügig spannen, die Physik interessiert das wenig.

Was ist eine Drip Line genau?

Eine Drip Line ist ein kurzes Stück Schnur (meist 10 bis 15 cm), das du an der Aufhängeleine festknotest, bevor diese den Baum oder die Hängematte erreicht. Das Wasser läuft bis zu diesem Knoten, verliert dort den Kontakt zur Hauptleine und tropft als Tröpfchen zu Boden statt weiter Richtung Matte zu wandern. Im Grunde ein simpler Trick, den Expeditionssegler und Zeltbauer schon lange kennen, nur eben auf die Hängemattenwelt übertragen.

DIY-Anleitung: Drip Lines selbst anbringen

Was du brauchst

Schritt für Schritt

  1. Position bestimmen: Suche dir einen Punkt an deiner Aufhängeleine, der mindestens 15 bis 20 cm vom Baum und ebenso weit von der Hängematte entfernt liegt. Zu nah am Baum, und der Effekt verpufft.
  2. Prusik- oder Schnürsenkelknoten binden: Ein Prusikknoten funktioniert am besten, da er sich nicht von selbst verschiebt, aber bei Bedarf nachjustiert werden kann. Wer noch nie einen Prusik gebunden hat: ein paar Übungsversuche zu Hause an der Türklinke sparen später im Wald Nerven.
  3. Schnurende hängen lassen: Lass mindestens 8 bis 10 cm der Drip-Line-Schnur frei nach unten hängen. Je länger, desto zuverlässiger der Tropfeffekt bei starkem Regen. Bei einem richtigen Landregen, wie man ihn etwa im Schwarzwald im November erlebt, zahlt sich jeder zusätzliche Zentimeter aus.
  4. Spannung prüfen: Die Hauptleine sollte an dieser Stelle möglichst gerade, nicht zu straff verlaufen. Ein leichtes Gefälle zum Drip-Punkt hilft dem Wasser, dort zu landen.
  5. Testen: Vor der ersten Nacht im Regen einfach mit einer Gießkanne simulieren. So siehst du sofort, ob die Tropfen tatsächlich am Knoten abfallen, statt dir das erst um Mitternacht beweisen zu lassen.

Häufige Fehler vermeiden

Alternative Methoden

Falls du gerade keine zusätzliche Schnur zur Hand hast, gibt es durchaus Behelfslösungen:

Fazit

Drip Lines gehören zu den einfachsten, günstigsten und zuverlässigsten DIY-Lösungen, um deine Hängematte bei Regen trocken zu halten. Mit wenigen Zentimetern Reepschnur, einem guten Knoten und der richtigen Platzierung verhinderst du zuverlässig, dass Regenwasser über die Aufhängung in dein Nachtlager läuft. Kombiniert mit einem sauber gespannten Tarp steht einer trockenen und komfortablen Nacht im Freien nichts mehr im Weg, und das nächste Mal, wenn es nachts zu regnen beginnt, kannst du einfach weiterschlafen, statt dich tropfnass zu wälzen.

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