Closed-Cell-Foam unter Luftmatten: Mehr R-Value auf Gletschereis

· von Marcus Webb · 3 Min. Lesezeit

Closed-Cell-Foam unter Luftmatten: Mehr R-Value auf Gletschereis

Wer schon einmal auf blankem Gletschereis übernachtet hat, kennt dieses eine Gefühl: Die Kälte kriecht förmlich von unten durch jede noch so gute Isolationsschicht, egal wie dick der Schlafsack ist. Die zuverlässigste Lösung dagegen heißt Layering, also das Kombinieren einer Closed-Cell-Foam-Matte mit einer aufblasbaren Isomatte. Dadurch steigt der kombinierte R-Value deutlich über das, was eine einzelne Matte je leisten könnte. Dieser Artikel zeigt dir, wie das funktioniert, welche Kombinationen sich in der Praxis bewährt haben und worauf du bei der Umsetzung wirklich achten musst.

Warum einfache Luftmatten auf Gletschereis nicht ausreichen

Die meisten modernen Luftmatten bewegen sich bei R-Werten zwischen 4 und 7. Klingt erstmal ordentlich, reicht auf Gletschereis aber oft trotzdem nicht. Der Grund: Eis leitet Wärme brutal effizient ab. Bei Temperaturen unter -15 °C summieren sich die Kältebrücken an jedem einzelnen Druckpunkt deines Körpers, an Schultern, Hüfte, Fersen. Dazu kommt, dass Luftmatten einige Schwachstellen mitbringen:

Genau hier kommt die Kombination mit einer Schaumstoffmatte ins Spiel.

Das Prinzip: R-Values addieren sich (fast)

Legst du eine Closed-Cell-Foam-Matte unter deine Luftmatte, addieren sich die R-Werte annähernd linear. Ein Beispiel aus der Praxis:

Für die meisten Gletschertouren bis etwa -25 °C reicht das völlig aus, vor allem in Kombination mit einem vernünftigen Winterschlafsack. Mehr braucht man in der Regel schlicht nicht.

Die richtige Reihenfolge beim Aufbau

Die Schaumstoffmatte gehört immer nach unten, direkt auf Eis oder Schnee. Nicht umgekehrt, auch wenn es manchmal verlockend erscheint. Dafür gibt es drei handfeste Gründe:

  1. Sie schützt die empfindliche Luftmatte vor scharfen Eiskanten und Steinen
  2. Sie bleibt auch bei Durchnässung oder Beschädigung weiterhin funktionsfähig
  3. Sie reduziert Kondensation zwischen beiden Matten, weil sie als thermische Pufferschicht wirkt

Die Luftmatte liegt oben drauf und sorgt für Komfort sowie zusätzliche Isolation gegen den direkten Körperkontakt.

Welche Foam-Matten eignen sich am besten?

Nicht jede Schaumstoffmatte taugt gleich viel. Worauf du achten solltest:

Bewährt haben sich etwa die Therm-a-Rest RidgeRest SOLite, die Nemo Switchback oder, für Minimalisten, die auf jedes Gramm schauen, die Gossamer Gear 1/8” ClosedCell Pad.

Praktische Tipps für den Einsatz auf Gletschereis

Gewichts-Kompromiss realistisch einschätzen

Das zusätzliche Gewicht einer Schaumstoffmatte liegt meist bei 300 bis 450 Gramm. Klingt nach wenig, summiert sich aber über mehrere Tage im Rucksack. Trotzdem: Auf mehrtägigen Gletschertouren ist das ein kleiner Preis für

Viele erfahrene Bergsteiger betrachten diese Kombination deshalb gar nicht als optionales Extra, sondern schlicht als Standardausrüstung oberhalb der Baumgrenze. Wer einmal eine Nacht mit nur einer Luftmatte auf Eis durchgefroren hat, packt die Foam-Matte danach nie wieder nicht ein.

Fazit

Die Kombination aus Closed-Cell-Foam und aufblasbarer Isomatte gehört zu den effektivsten und zuverlässigsten Methoden, um auf Gletschereis warm und sicher zu schlafen. Das bisschen zusätzliche Gewicht zahlt sich durch einen deutlich höheren R-Value, mehr Ausfallsicherheit und besseren Schlaf mehrfach aus. Wer regelmäßig auf Eis oder Schnee unterwegs ist, sollte dieses Layering-Prinzip fest in seine Ausrüstungsplanung einbauen, nicht als Nice-to-have, sondern als festen Bestandteil der Packliste.

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