Morakniv Companion modifizieren: Batoning & Feuerstahl

· von Tomas Horak · 4 Min. Lesezeit

Morakniv Companion modifizieren: Batoning & Feuerstahl

Das Morakniv Companion gehört zu den beliebtesten und günstigsten Bushcraft-Messern überhaupt, das lässt sich kaum bestreiten. Ergonomischer Griff, rasiermesserscharfer Scandi-Schliff, direkt aus der Verpackung ein richtig gutes Werkzeug. Wer aber das volle Potenzial im Wald ausreizen will, stolpert schnell über zwei kleine Schwachstellen: Der Rücken der Klinge ist ab Werk abgerundet, ein Feuerstahl lässt sich daran kaum anreißen. Und die feine Schneide neigt bei hartem Holz zu kleinen Ausbrüchen. In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du dein Companion für schweres Batoning und zuverlässiges Feuerschlagen fit machst.

Warum das Morakniv Companion modifizieren?

Mora-Messer, gerade die Standard- und Heavy-Duty-Varianten des Companion, laufen industriell vom Band. Aus Kostengründen wird der Klingenrücken nach dem Stanzen nicht nachgeschliffen, er bleibt leicht rundlich und rau. Für einen Feuerstahl (Ferrocerium) ist das ein Problem: Der braucht eine scharfe, präzise 90-Grad-Kante, sonst gibt es keine ordentlichen Funken, egal wie fest man ansetzt.

Dazu kommt der Steck-Erl (Rat-Tail Tang) des Companion. Der Stahl läuft also nicht in voller Breite durch den Griff, wie man es von Full-Tang-Messern kennt. Wer das Messer trotzdem für kräftiges Batoning nutzen will, sollte die Klinge mit ein paar gezielten Handgriffen vorbereiten und robuster machen, statt einfach drauflos zu hämmern.

Schritt 1: Den Messerrücken für den Feuerstahl anpassen

Die wichtigste Änderung: eine scharfe 90-Grad-Kante am Klingenrücken anschleifen.

Benötigtes Werkzeug:

Die Umsetzung:

  1. Klinge schützen: Umwickle die scharfe Schneide großzügig mit Kreppband. Klingt übertrieben, ist es aber nicht. Rutscht die Feile ab, will man keinen offenen Schnitt in der Hand haben.
  2. Messer einspannen: Spanne das Messer fest in den Schraubstock, Klingenrücken waagerecht nach oben.
  3. Feilen: Setze die Flachfeile absolut plan auf, im rechten Winkel zur Klinge, und ziehe sie mit gleichmäßigem Druck immer in eine Richtung. Nicht hin und her sägen. Wiederholen, bis die Stanzspuren völlig verschwunden sind und zwei saubere, spiegelglatte 90-Grad-Kanten entstanden sind. Das dauert meist 10 bis 15 Minuten, je nach Ausgangszustand.
  4. Glätten (optional): Mit Schleifpapier die gefeilte Fläche polieren. Bei der Carbonstahl-Variante beugt das auch etwas Rost vor.

Tipp aus der Praxis: Manche schleifen nur die vorderen 3 bis 4 Zentimeter Richtung Spitze scharfkantig und lassen den hinteren Bereich, wo der Daumen beim Carving aufliegt, bewusst rund. Angenehmer für feine Schnitzarbeiten, und für den Feuerstahl reicht die kurze Kante völlig.

Schritt 2: Optimierung für schweres Batoning (Holzspalten)

Das Companion hat einen Scandi-Grind. Der beißt sich hervorragend ins Holz, läuft aber bis auf null aus (Zero-Grind). Beim schweren Batoning, also wenn dicke oder astige Scheite gespalten werden, kann diese hauchdünne Kante schnell ausbrechen, man kennt das als Micro-Chipping.

Die Lösung: Die Mikrofase (Micro-Bevel)

Um die Schneide widerstandsfähiger zu machen, wird eine winzige zweite Fase direkt an der Schnittkante angebracht.

Schritt 3: Die Carbonstahl-Klinge schützen (Patina)

Wer die Heavy-Duty-Version aus Carbonstahl besitzt, weiß: Das Zeug rostet, und zwar zügig. Besonders an der frisch blankgefeilten Stelle am Rücken ist der Stahl jetzt ungeschützt. Eine erzwungene Patina hilft, das Messer vor Korrosion zu bewahren.

  1. Klinge gründlich mit Alkohol oder Aceton entfetten.
  2. 30 bis 60 Minuten in heißen Haushaltsessig tauchen, alternativ mit Senf bestreichen und einwirken lassen.
  3. Es bildet sich eine dunkle, blaugraue Oxidschicht, die den Stahl auf natürliche Weise vor rotem Rost schützt. Danach mit klarem Wasser abspülen und leicht einölen, fertig.

Fazit

Mit rund 30 Minuten Arbeit und ein paar einfachen Werkzeugen lässt sich das Morakniv Companion spürbar aufwerten. Die 90-Grad-Kante am Rücken macht daraus eine zuverlässige Zündmaschine für jeden Feuerstahl. Die Mikrofase sorgt dafür, dass die Schneide auch bei kräftigem Batoning tief im Wald keine bösen Scharten davonträgt. Zwei kleine Modifikationen, kaum Aufwand, und aus einem soliden Einsteigermesser wird ein Survival-Werkzeug, das sich vor deutlich teureren Konkurrenten nicht zu verstecken braucht.

#Bushcraft#Messer#DIY#Ausrüstung